BASIS- UND ZUSATZRENTE

Altersvorsorge

Noch vor gut 20 Jahren hieß es, dass „unsere Altersrente sicher sei“. Heute weiß jeder, dass die gesetzliche Rente allein zukünftig nicht mehr ausreichen wird, den verdienten Lebensabend genießen zu können. Das Umlagesystem, bei dem viele junge Beitragszahler die laufende Rente für die aus dem Arbeitsprozess Ausgeschiedenen aufbringen, ist inzwischen nicht mehr finanzierbar. Eine zu geringe Geburtenrate und im Gegensatz dazu eine immer älter werdende Seniorengruppe sprengen das traditionelle, gesetzliche Rentensystem. 
Deshalb haben inzwischen viele Deutsche erkannt, sinnvoller Weise in eine über die Firma oder privat beantragte Zusatzversorgung zu investieren, was vom Staat auch tüchtig unterstützt wird. Die neuen Anlageformen werden dadurch sehr lukrativ!

Bis Ende 2004 stand die deutsche Altersvorsorge auf drei wackeligen Säulen: Der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen- und der privaten Altersvorsorge. Seit 2005 gilt das Alterseinkünftegesetz. Es funktioniert als 3-Schichten-Modell, das mehr die Eigeninitiative fördert.

Schicht 1 sichert dabei die steuerbegünstigte Grundversorgung. Sie besteht aus der Sozialversicherungsrente bzw. der Altersrente spezieller berufsständischer Versorgungswerke. Neu hinzu kam die Kapitalgedeckte Basisrente nach Professor Rürup. Wie der Name schon sagt, bildet diese neben der gesetzlichen Rente die Basisversorgung im Rentenalter und dient somit dem Vermögensaufbau. Hier entstand ein lupenreines Altervorsorgungsprodukt zur Absicherung der Langlebigkeit durch monatliche Rentenzahlungen. Mit einem Kapitalgedeckten oder Fondsgebundenen Sparvertrag spart der Versicherte durch regelmäßige Beiträge privates Kapital an, das sich durch Ertragszinsen bzw. Fondsgewinne enorm vermehrt. 
Außerdem gibt es Steuervorteile. Die in 2019 sowohl in die Sozialversicherung als auch in die Basisrente geleisteten Sparbeiträge sind bis zu einer Höchstsumme von € 24.305,- (Ost=22.526,-) für Singles bzw. € 47.424,- (Ost=19.823,-) für Verheiratete zu 88 % steuerlich absetzbar.
Das Sparvermögen ist bei den Versicherungsgesellschaften pfändungssicher angelegt. Ab dem 62. Lebensjahr kann dann hieraus eine lebenslange Rente steuerpflichtig bezogen werden. Es gibt kein Kapitalwahlrecht. Der Einschluss einer Hinterbliebenenversorgung aus der Basisrente und einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind möglich.

Schicht 2 bezeichnet die Zulagen- und steuerbegünstigte Zusatzversorgung
Zu ihr gehören die staatlich geförderte RiesterRente und die betriebliche Alterversorgung wie die Pensions- und Unterstützungskasse oder die Direktversicherung.

Alle förderfähigen Riester-Sparer erhalten jährlich € 175,-- Grundzulage und € 185,-- Kinderzulage. Für Neugeborene ab 2008 werden € 300,-- Kinderzulage gewährt. Zum Erhalt der vollen Zulagen müssen 4 Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens an Jahresbeitrag (inkl. der Zulagen) eingezahlt werden.

Die betriebliche Altersversorgung hat durch den Fortfall der Pauschalsteuer stark an Attraktivität gewonnen. Jeder Arbeitnehmer hat jetzt den Anspruch, mit Hilfe seines Arbeitsgebers, steuer- und sozialabgabenfrei durch Abzug vom Bruttogehalt, eine dadurch hoch rentable Altersversorgung in Form einer Direktversicherung aufzubauen. Hierzu können auch die vermögenswirksamen Leistungen verwendet werden!

Keine Abgeltungssteuer in der 1. und 2. Schicht! Egal, welche Formen der Altersvorsorgung nach Schicht 1 und 2 der Bürger auch wählt, das neue Gesetz stellt ihn steuerlich und durch Zulagen auf starke, zukunftsfähige Füße. Mit dem Übergang zum Prinzip der nachgelagerten Besteuerung im Rentenalter ab 62 verbessert der Staat die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten der heutigen Aufwendungen, während von den späteren Rentenzahlungen lediglich der Ertragsanteil also etwa 1/5 mit dem dann geltenden persönlichen Steuersatz versteuert werden muss.

Schicht 3 enthält alle altbekannten privat abzuschließenden  Kapitalanlageprodukte wie Investmentsparpläne oder Fondsgebundene und Kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen. Bei allen Alters-Anlageformen gilt das Wahlrecht auf Verrentung oder Kapitalauszahlung der Sparvermögen. Im Gegensatz zu den Sparverträgen der ersten und zweiten Schicht gelten hier keine Altersrichtlinien.

Wegen der Abgeltungssteuer auf alle Gewinnzuwächse bei Bank- und Investment-Sparplänen empfehlen wir zur Altersversorgung besser Lebenszyklusfonds oder Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen zu besparen. Bei Auszahlung der Kapitalleistung nach dem 62. Lj. bleibt hier der Gewinnzuwachs zur Hälfte nämlich steuerfrei, während der Rest dem im Rentenalter oft niedrigen, persönlichen Steuersatz des Sparers unterliegt. Wahlrenten müssen sogar nur mit dem Ertragsanteil versteuert werden. Hier werden bei Rentenbeginn mit 65 oder 66 nur 18% der zukünftigen Monatsrenten steuerpflichtig, bei Rentenbeginn mit 67 sind es nur 17%.

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